Warum betriebliche Photovoltaikanlagen nicht ohne Prüfungen auskommen
Photovoltaikanlagen (PV) auf den Dächern von Produktionshallen, Lagern oder Verwaltungsgebäuden sind keine Seltenheit mehr. Unternehmen schaffen sie zur Energieeinsparung und zur Erfüllung von ESG-Zielen an. Weniger wird jedoch darüber gesprochen, dass es sich aus gesetzlicher Sicht um eine überwachungsbedürftige technische Anlage handelt, die regelmäßigen Prüfungen unterliegt – genau wie Elektroinstallationen, Blitzschutzanlagen oder Aufzüge. Diese Pflicht betrifft nicht nur große Solarparks, sondern auch kleinere betriebliche Installationen auf Dächern oder an Fassaden.
Was die Gesetzgebung sagt: PV-Anlage als überwachungsbedürftige technische Anlage
Den rechtlichen Rahmen für PV-Prüfungen bilden gleich mehrere Vorschriften. Grundlegend ist das Gesetz Nr. 250/2021 Slg. über die Arbeitssicherheit im Zusammenhang mit dem Betrieb überwachungsbedürftiger technischer Anlagen, das auch für den elektrischen Teil von Photovoltaiksystemen gilt. Die Durchführungsverordnung ist die Regierungsverordnung Nr. 190/2022 Slg., die Anforderungen an überwachungsbedürftige elektrische Anlagen und deren Prüfungen festlegt.
Speziell für die Photovoltaik ist die Verordnung Nr. 114/2023 Slg. wichtig, die Anforderungen an Elektroinstallationen mit Gleichspannung regelt – also genau die DC-Seite der PV-Anlage, wo die Spannung üblicherweise Hunderte von Volt und bei größeren Installationen über 1.000 V DC erreicht. Dieser Teil des Systems stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, da ein Gleichstromlichtbogen im Fehlerfall nicht so leicht erlischt wie ein Wechselstromlichtbogen und einen Brand verursachen kann.
Die Prüfungen werden gemäß der Normenreihe ČSN 33 2000 und den darauf aufbauenden EN-Normen für PV-Systeme durchgeführt. An den Prüftechniker werden Anforderungen gemäß der Regierungsverordnung Nr. 194/2022 Slg. gestellt – konkret muss er über ein Zertifikat als Prüftechniker mit entsprechendem Umfang verfügen (E2A für Niederspannung, E3A für Blitzschutzanlagen und weitere je nach Systemkonfiguration). Das Zertifikat des Prüftechnikers hat eine Gültigkeit von 5 Jahren und sein Inhaber muss nach deren Ablauf eine neue Prüfung ablegen (§ 11 Abs. 3 des Gesetzes Nr. 250/2021 Slg.).
Worauf zu achten ist: DC-Seite, Steckverbinder und Degradation der Module
Die größten Risiken bei betrieblichen PV-Anlagen konzentrieren sich auf einige wenige Stellen:
- DC-Verkabelung und Steckverbinder – minderwertige oder schlecht montierte MC4-Steckverbinder sind die häufigste Ursache für Störungen und Brände. Bei der Prüfung werden der feste Sitz, der Zustand der Dichtungen, das Vorhandensein von Oxidation und die korrekte Dimensionierung kontrolliert.
- Gleichstromlichtbogen – im Gegensatz zum AC-Stromkreis erlischt ein DC-Lichtbogen beim Nulldurchgang nicht von selbst. Schon ein kleiner Funke an einem beschädigten Steckverbinder oder Kabel kann zu einem Brand führen, insbesondere auf Dächern mit brennbarer Konstruktion.
- Degradation der Module – eine Thermografiekontrolle deckt sogenannte Hot Spots, Mikrorisse oder defekte Bypass-Dioden auf, die die Leistung mindern und ein Sicherheitsrisiko darstellen können.
- Erdung und Überspannungsschutz – eine PV-Anlage auf dem Dach erhöht das Risiko eines Blitzeinschlags. Die Prüfung der Blitzschutzanlage (LPS) und die Kontrolle der Überspannungsableiter (SPD) sind integraler Bestandteil des sicheren Betriebs.
Die Vernachlässigung eines dieser Punkte kann nicht nur zu einem Produktionsausfall, sondern auch zu einem schweren Unfall führen. Und Versicherungen fragen im Schadensfall genau nach gültigen Prüfberichten.
Prüffristen und was der regelmäßige Service umfasst
Die Fristen für die wiederkehrenden Prüfungen von PV-Anlagen ergeben sich aus der Umgebungscharakteristik und der Art der Anlage. Grundsätzlich gilt, dass der elektrische Teil der PV-Anlage denselben Fristen unterliegt wie die übrige Elektroinstallation im jeweiligen Objekt – bei normalen Betriebsstätten ohne erhöhte Gefährdung sind dies typischerweise 5 Jahre, in Umgebungen mit höherem Risiko (Staub, Feuchtigkeit, chemische Einflüsse) verkürzt sich die Frist.
Für den Blitzschutz (LPS) gelten die Fristen gemäß ČSN EN 62305-1 bis 4 ed.2:
- Schutzklasse LPL I und II: vollständige Prüfung alle 2 Jahre, Sichtkontrolle jährlich
- Schutzklasse LPL III und IV: vollständige Prüfung alle 4 Jahre, Sichtkontrolle jährlich
Neben den Prüfungen selbst ist es ratsam, einen regelmäßigen Service durchzuführen: Reinigung der Module, Kontrolle der Konstruktion, Nachziehen der Verbindungen und Auslesen der Wechselrichterdiagnose. Diese Tätigkeiten sind zwar keine Prüfung im gesetzlichen Sinne, beeinflussen aber direkt die Sicherheit und den Ertrag der Anlage.
Was bei Pflichtvernachlässigung droht
Ein PV-Anlagenbetreiber, der keinen gültigen Prüfbericht hat, setzt sich mehreren Risiken aus:
- Sanktionen durch die Gewerbeaufsicht – gemäß Gesetz Nr. 250/2021 Slg. kann das Bußgeld für den Betrieb einer nicht geprüften überwachungsbedürftigen Anlage bis zu 2.000.000 CZK betragen.
- Probleme mit der Versicherung – kommt es zu einem Schaden (Brand, Unfall) und es stellt sich heraus, dass die Prüfung nicht durchgeführt wurde oder ungültig war, kann die Versicherung die Leistung kürzen oder ganz verweigern.
- Gefährdung von Förderungen – eine Reihe von Förderprogrammen macht die Auszahlung der Unterstützung von der Vorlage der Erstprüfung und der Verpflichtung zu regelmäßigen Kontrollen abhängig.
Die PV-Prüfung ist also keine Formalität, sondern ein Schlüsseldokument, das belegt, dass der Betreiber seinen gesetzlichen Pflichten nachkommt und Eigentum sowie Mitarbeiter schützt.
Wie wir bei SOHE mit der PV-Prüfung arbeiten
Im Unternehmen SOHE gehen wir die Prüfungen von Photovoltaikanlagen umfassend an. Wir kümmern uns nicht nur um das „Papier“ – wir kontrollieren den tatsächlichen technischen Zustand der Installation von den Modulen über die DC-Verkabelung bis hin zum Anschluss an den Schaltschrank des Objekts. Dadurch, dass wir uns sowohl mit Prüfungen von Elektroinstallationen als auch mit Arbeitssicherheit für Unternehmen befassen, können wir die PV-Prüfung mit der gesamten Arbeitssicherheitsdokumentation verknüpfen – von der Risikobewertung bis zu den Betriebsordnungen.
Die Prüfungen führt Jiří Cach durch, ein geprüfter Elektrofachmann mit gültigem Zertifikat gemäß NV 194/2022, und zwar einschließlich der Bereiche für Niederspannung und Blitzschutzanlagen. Das Ergebnis ist ein Prüfbericht, der vollständig der Gesetzgebung entspricht und sowohl bei einer Kontrolle durch das Gewerbeaufsichtsamt als auch bei Verhandlungen mit der Versicherung Bestand hat.
Müssen Sie den Zustand Ihrer betrieblichen Photovoltaikanlage feststellen lassen? Schreiben Sie uns an info@sohe.cz, rufen Sie an unter +420 724 689 762 oder nutzen Sie die unverbindliche Anfrage. Wir vereinbaren einen Termin, gehen die Dokumentation durch und schlagen den Prüfungsumfang genau nach Ihrer Installation vor.